Handel ist Wandel

Immobilienmanagement Immobilienmanagement

Handlungsempfehlungen für Kommunen und das Stadtmarketing

  • Shopping-Center als Frequenzbringer: Eine Entscheidung für ein zentral gelegenes Shopping-Center stabilisiert die 1A-Lage der City.
  • Innenstadt als „Freizeitpark“: Shoppen als soziale Aktivität wird unterstützt durch Erlebnismomente, Veranstaltungen in einem ansprechenden Ambiente.
  • Innenstadt „managen“: Cities müssen genauso gemanagt werden wie Shopping-Center; hierzu müssen Kommunen wie ansässige Händler / City-Managements gleichermaßen beitragen (Beispiel: BIDs); die Städte müssen sich „herausputzen“, um Kunden anzulocken.
  • Gezielte Steuerung des Branchenmix: Ansprache fehlender Branchen und Pflege junger Konzepte durch Stadt / Wirtschaftsförderung.
  • Vermeidung von Fehlentwicklungen: Restriktives Baurecht für zentrenrelevante Handelsformate außerhalb von Lebensmitteln.
  • Unterstützung von Same-Day Delivery: Ausweisung von Sammelpunkten für die Auslieferung.
  • Auszeichnung von Bereichen für Abholstationen in der City: Kunden, die Waren in der Stadt abholen, können auch weitere Dinge beschaffen.
  • Planung der Stadtlogistik: Für die Auslieferung von Waren (online wie stationär).
  • Vermittlung von WLAN-Zugängen in Abhängigkeit privater Initiativen.
  • Aufbau eines Leerstandskatasters und Leerstandmanagements: Für eine schnelle Vermittlungsmöglichkeit bei Anfragen.
  • Digitaler Einkaufsführer: Interaktiver Führer durch die städtischen Handelsangebote mit Wegweiser und Routenplanung.
  • Interaktives Stadtmarketing: Kunden durch Coupon-Aktionen oder ähnliche Anreize in die Stadt locken.
  • Aufbau und Nutzung interaktiver Screens für die Gäste der Kommune: Info-Terminals für Shopping, Kultur, Sport und Gastronomie.
  • Händlerinitiativen gezielt fördern

Lösungsansätze für Immobilieneigentümer

Leerstehende Geschäfte sehen in keiner Innenstadt schön aus. Diese Leerstände können aber auch von den Immobilieneigentümern sinnvoll und kreativ genutzt werden. Diese Optionen können unterschieden werden:

  • Pop-Up-Stores: Temporäre und zeitlich begrenzte Vermietung der Flächen, z.B. an junge Labels.
  • Zwischennutzungskonzepte: Überlassung an Non-Profit-Organisationen gegen Nebenkostenerstattung.
  • Outlet-Stores: Temporäre Vermietung an bekannte Labels oder Internethändler zum Absatz von Restposten.
  • Fitting-Rooms: Vermietung zum Test oder zur Anprobe von im Internet gekauften Waren.
  • Showrooms für Online-Händler
  • Nutzung der Schaufenster als digitales Schaufenster, über das Waren online gesucht und gekauft werden können.
  • Vollflächige Schaufensterdekoration/-beklebung
  • Um- / Nachnutzung der Immobilien abseits der Handelsnutzung (Dienstleistung/Wohnen).
  • Umbau bzw. Neuerrichtung von Immobilien zu handelsbasierten Drive-in-Schaltern, an denen die online georderten Waren abgeholt werden können

(Quelle: mg.retail2020: Auswirkungen des Online-Handels auf Städte und Gemeinden in NRW und Handlungsperspektiven für den innerstädtischen stationären Einzelhandel)

Andreas Haderlein empfiehlt in seinem Buch "Local Commerce" folgende neue Fläöchenkonzepte für leerstehende Immobilien:

  • Guide Shop: Der Kunde erhält im stationären Geschäft eine stilgerechte Beratung, die auf seinen individuellen Typen zurecht geschnitten ist. Beispiel: Outfittery Showroom
  • Making Room: Mit Erlebnisshopping kann der Laden vor Ort gegenüber dem Online-Handel punkten. Der Kunden kann in einem sogenannten Making Room seine Ware selbst gestalten. Beispiel: mymuesli
  • Temporary Shop: Ähnlich wie beim Pop-Up-Store werden Ladenflächen vom Mieter nur für einen begrenzten Zeitraum angemietet.
  • Outlet Store: In einem Outlet Store werden Produkte, die aus Retourengründen beim Online-Händler zurückgesendet wurden, neu präsentiert und verkauft. Beispiel: Zalando Outlet
  • Showroom: Kunden wollen weiterhin Produkte anfassen, anprobieren und riechen. Ein Showroom bietet die optimale Gelegenheit dazu, da das Internet nicht alle menschlichen Sinne beim Einkauf befriedigen kann. Beispiel: Mister Spex
  • QR-Shop: Produkte können auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten mittels QR-Codes, z.B. auf einer Außenwand am Ladenlokal, geshoppt und zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt werden. Beispiel: Amazon Go
  • Service-Point: Einige Produkte sind sehr beratungsintensiv oder bedürfen häufiger Wartungen. Da oftmals beim Online-Händler nach erfolgter Warenzustellung der Service abgeschlossen ist, wird im stationären Business der Servicegedanke wieder neu aufgerollt. Beispiel: Mister Spex
  • Drive-in / Abholtheke: Online erworbene Ware kann komfortabel mit dem eigenen PKW an einem verkehrsfreundlichen Ort abgeholt werden. Beispiel: Media Markt